Heimatnachrichten Niederkrüchten - Aktuelles
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Kaffee, Kuchen, Klavier

(bigi) Zu einem Benefizkonzert zugunsten eines neuen BigBass-Jugendtreffs lädt der Niederkrüchtener Tristan Kremer gemeinsam mit dem Förderverein Rollender Jugendtreff am 9. September um 15 Uhr in das Pfarrheim an der Dr.-Lindemann-Straße 5 ein.

In der dritten Klasse lernte der heute 20-Jährige Trompete. „Es kamen immer mehr Instrumente hinzu. Vor zwei Jahren habe ich mein Abitur gemacht und dann ein E-Piano geschenkt bekommen", erzählt Tristan Kremer von seinem musikalischen Werdegang. Doch statt Klavierunterricht zu nehmen, brachte er sich das Klavierspielen mit Hilfe von Youtube-Videos aus dem Internet bei. Sein großes Vorbild ist der Pianist, Sänger und Kabarettist Bodo Wartke.

„Stück für Stück habe ich mir die Akkorde aus seinen Liedern erarbeitet. Zu Weihnachten erhielt ich dann ein erstes Notenbuch mit Stücken von Bodo Wartke", erinnert sich der Augenoptiker-Azubi. Er besuchte Konzerte seines Vorbilds und berichtete ihm auch von seinem Lernerfolg. Mutter Annette meinte dann, es wäre doch schön, wenn Tristan sein Talent auch anderen Leuten präsentieren würde.

„Ich wollte aber nicht einfach so spielen oder damit Geld verdienen. Es entstand die Idee, ein Charity-Konzert zu geben. Eine Klassenkameradin hat mir ein Plakat für die Veranstaltung erstellt und ich bekomme die Licht- und Soundtechnik zur Verfügung gestellt", freut sich Tristan Kremer. Womit er nicht gerechnet hatte, immer mehr Leute wollten sich an der guten Sache beteiligen. „Das ist grandios", strahlt er bescheiden.

Charitykonzert Tristan Kremer

Nun übt er fleißig auf dem Flügel des Chorleiters Volker Mertens im Pfarrheim an der Dr.-Lindemann-Straße oder zuhause auf seinem E-Piano. Bei dem Konzert wird er zu seinen Stücken singen und auch eine Cajòn kommt zum Einsatz, sehr überraschend übrigens. Er kann alle Texte von Bodo Wartke schon lange auswendig. Trotzdem ist er nervös, da er nicht einschätzen kann, wie viele Leute kommen werden. Der Eintritt ist frei, aber um eine Spende für den Rollenden Jugendtreff BigBass wird gebeten. Der alte BigBass muss dringend durch ein neues Gefährt ersetzt werden und auch der Innenausbau kostet Geld.

Tristan Kremer wird bei dem Konzert swingen, mit seiner Stimme überraschen und dass er sich bis jetzt sein Klavierspiel selbst beigebracht hat, wird kaum einer glauben. Flüssig gleiten die Finger über die Tasten, präzise setzt er Akzente, löst Akkorde auf, um einige Variationen zu den originalen Stücken einzubauen. Er bringt seinen eigenen Stil mit in das Konzert, das genug Momente zum Schmunzeln bieten wird.

„Es geht um Probleme allgemein. Ein Text handelt vom Regen, im nächsten geht es um Heuschnupfen", macht der junge Pianist neugierig. „Alltag, Stille, Frauen, Architektur, was kann bei einem Date schief gehen? All das ist aber lustig aufgezogen", sagt Tristan Kremer und hofft, dass nach dem Konzert alle Gäste fröhlich nach Hause gehen werden.
Bei so viel Begabung läge es nahe, wenn er sein Hobby zum Beruf machen wollen würde. „Es soll Hobby bleiben. Ich habe jetzt zwei Jahre intensiv gespielt, jede freie Minute genutzt und ich werde auch weiter Musik machen. Aber es soll druckfrei bleiben", so Kremer. Er hat definitiv Talent, will aber sein berufliches Augenmerk auf seine Ausbildung legen und sich dann auch weiterbilden. Allerdings wünscht er sich noch ein Klavier für unterwegs. „Dann kann ich immer und überall spielen, wenn ich gerade Lust dazu habe", hofft der junge Niederkrüchtener, der in seinem Zimmer neben der Trompete, dem E-Piano, der Cajòn noch diverse Percussion-Instrumente, ein Schlagzeug, einen E-Bass und eine Melodika hat. „Mein komplettes Zimmer ist voll mit Instrumenten", lacht er.

Auch seine Stimme habe sich durch das viele Training weiterentwickelt. Im Clara-Schumann-Gymnasium war er in mehreren Chören und hat so Spaß am Singen gefunden. Zu seinem Vorbild Bodo Wartke sagt er: „Ich finde es ganz schwierig, von dem Menschen nicht begeistert zu sein. Die Texte sind alle alltagsnah. Ich glaube schon, dass es den Leuten gefallen wird."
Foto: Birgit Sroka

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