Heimatnachrichten Niederkrüchten - Aktuelles
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Unterhaltsames Jahrbuch auf Elmpter Platt

(bigi) Im Haus Hansen stellte der Elmpter Klängerklub sein 21. Jahrbuch vor. Unter dem Titel „Verschäije Schtökker en Älempter Plott geben die Stücke von Dr. Karl-Heinz Achten, Mathias Sieben, Theo Coenen, Anni Küskens, Christine Bors, Heinz Schreurs, Trude Götz und dem verstorbenen Dr. Wilhelm in der Smitten ein Bild vergangener Tage wieder, mitunter mit einem kleinen Seitenhieb in die Gegenwart.

Dr. Karl-Heinz Achten ist mit 13 Texten vertreten, unter anderem das Stück „Oos Plott", eine Hommage an das Elmpter Platt. Christine Bors erinnert sich an einen Waschtag, wie er früher üblicherweise stattgefunden hat. Damals war es eine stundenlange anstrengende Beschäftigung, heute freut sie sich, dass man nachdem man ein Knöpfchen gedrückt hat, in Ruhe die Zeitung lesen kann. Der lustige Vortrag von Trude Götz mit dem Titel „En Kerekemoaler-Reäkenong van vrööjer" beschreibt detailliert, wie sich eine Maler-Rechnung zusammensetzt. Matthias Sieben schreibt gerne über Natur und Tiere und greift die „Weächwaart" – auf Hochdeutsch: Wegewarte – auf. Sie wurde in schlechten Zeiten als Kaffeeersatz benutzt. Außerdem erklärt er in einem zweiten Stück, warum der Kuckuck kein Nest baut.

Anni Küskens erklärt einen alten Brauch. Das „Vrosche" ist eine Tradition zum Neujahrstag, bei dem doch einiges Hochprozentiges vor allem von Männern konsumiert wird. Der Vortrag „Der Mönsch möt Deeres Leävestie van de Deeres" ist eine lustige Beschreibung der tierischen Eigenarten beim Menschen. Heinz Schreurs hat sich ausführlich Gedanken zur Geschichte des Kanalwesens von der Römerzeit bis heute gemacht. Es geht um Hygiene, die Folgen von mangelnder Hygiene und er kommt zu dem Fazit: „...een Deel es sieker – jeschiete wörrd emmer!" Von Wilhem In der Smitten findet man einfache Lebensweisheiten von früher, wie man sie gerne und oft anbrachte. Herbert Markus ergänzte die Stücke mit passenden Zeichnungen.

In unterhaltsamer und informativer Art stellte Dr. Karl-Heinz Achten alle Stücke kurz vor, gab Ergänzungen dazu und man merkte, dass noch einiges an Material da sein dürfte, was noch veröffentlicht werden kann. Beispielsweise berichtete er vom Einzug der Amerikaner in Elmpt und erinnerte an ein Fenster im damaligen Rathaus, dass immer nach dem Hochamt geöffnet wurde. „Da schellte dann jemand mit einer Glocke und pries Schweinefleisch aus der Notschlachtung an, günstiges Brennholz und rief auf die Brautleute auf, die heiraten wollten", weiß Achten. Die Jahrbücher sind beim Kulturamt der Gemeinde erhältlich, in der Bibliothek und beim Heimat- und Kulturverein Niederkrüchten. Ebenfalls im Café Achten und der Buchhandlung Boom in Roermond kann man eines der 200 Jahrbücher zum Preis von zehn Euro erhalten.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Marion Schouren bedankte sich für die „tolle Arbeit. Ich bin froh, dass ich hier gewesen bin, das war sehr interessant", sagte sie. Damit die Geschichten weiterleben können und das Elmpter Platt noch lange existent bleibt, würden sich die Mitglieder des Klängerklubs über Nachwuchs freuen. Interessierte Bürger sind eingeladen, die Treffen des Klubs jeden ersten Dienstag im Monat, 19 Uhr, im Haus Hansen zu besuchen.

 

Klängerklub Elmpt

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